Entspannung auf dem KEP-Markt
Die Corona-bedingten Peaks sind zurückgegangen
Amazon zieht Mengen von den Paketdienstleistern ab. Die starke Überlastung der Paketzusteller ist vorbei. Und trotzdem meldet die Bundesnetzagentur eine deutlich höhere Anzahl an Beschwerden. 2022 wurden bis November ca. 37.000 Beschwerden gemeldet. Im ganzen Vorjahr waren es nur 15.000.
In Anbetracht der deutlich steigenden Frachtpreise (Q3 22 +14,9% ggü. Q3 21) erwarten viele nun steigende Qualität. Die Situation dürfte 2023 jedoch weiter angespannt bleiben und sich sogar verschlechtern.
Die hohen Kosten konnten die #Frachtdienstleister nur zum Teil über die erhöhten Frachtpreise weitergeben. So fiel der Geschäftslage-Saldo (Durchschnitt aus Umsatz- und Betriebsergebnis-Saldo) gegenüber dem Vorquartal von +9,5 auf -0,5 Prozentpunkte.
Die Erwartungen für das dem Berichtsquartal folgende Halbjahr sind teils deutlich negativer.
Eine Entwicklung wurde bisher nur unzureichend korrigiert.
Vergütung in der Logistikbranche hinkt hinterher
Die Löhne und Gehälter liegen in der #KEP-Branche mit 3.022 € ca. 1.000 € unter dem Durchschnitt in der Wirtschaft insgesamt. Dies liegt u.a. daran, dass die Entwicklung der Löhne und Gehälter nicht der Umsatzentwicklung entsprach. So stieg die Vergütung in den letzten 10 Jahren um 23,8 %, die Verbraucherpreise um 14,6 %. Die Angestellten in der KEP-Branche verdienten in diesem Zeitraum nur 6% mehr und mussten somit einen Rückgang des Realeinkommens hinnehmen.
Adam Witalla
Solution Account Manager
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Die von Verdi geforderte 15%-ige Tariferhöhung erscheint in Anbetracht dieser Zahlen angebracht, insbesondere unter Berücksichtigung der für 2022 zu erwartenden Inflation i.H.v. 7,9 %. Wie auch immer die Gespräche ausgehen, es ist nicht zu erwarten, dass die gestellte Maximalforderung annähernd erfüllt wird. Und so verändert sich an der Einkommenssituation in der #Logistikbranche nichts substanziell.
In Anbetracht der zahlreichen offenen Stellen in anderen Bereichen dürfte dieser Umstand dazu führen, dass noch mehr Kräfte aus diesem Bereich abwandern und höher dotierte Jobs ggf. ohne Wochenend- und Nachtarbeit annehmen. Und so sinkt die Fuhrparks-Kapazität zum fünften Mal in Folge auf den zweitschlechtesten Wert seit 13 Jahren.
Ohne Fahrpersonal und mit schlecht bezahlten Zustellern ist eine nachhaltig steigende Qualität im #Paketversand nicht zu erwarten.
Wie werden die KEP-Dienstleister und Kunden damit umgehen?
Denkbar ist die weitere Reduktion der Standards im klassischen Versand (längere Laufzeiten, Zustellung nur an Packstationen und Paketshops), Übergabe ohne Unterschrift (Verlagerung zur #Warenpost etc.) sowie gleichzeitige Aufwertung der Services 2Door-, Prio- oder Next-Day- bzw. Expresslieferung bei deutlich steigenden Konditionen.
Grundsätzlich ist aber von weiter steigenden Transportkosten auszugehen. Hier hilft der Blick Richtung Frankreich oder Spanien. So kostet ein 5kg-Paket mit einer Laufzeit von 48h bei Colissimio (FR) 14,65 und bei Seur (ES) 10,55. Bei DHL (DE) sind es nur 6,99€, wobei die Pakete i.d.R. am nächsten Tag zugestellt werden.
Auch die Anforderungen an die Versender werden steigen. Die Empfänger werden erwarten, dass der Anbieter mehrere Frachtdienstleister mit div. Optionen anbieten. So wird man als Empfänger einen Dienstleister vorziehen, der eine Packstation oder einen Paketshop in der Nähe des Wohnortes oder Arbeit bzw. Schule etc. hat. Eine teurere 2Door Zustellung wird man vermutlich nur dann wählen, wenn man das Haus nicht verlassen kann oder die Ware entsprechend sperrig ist. NextDay-Lieferungen werden bewusster gewählt (und bezahlt) während eine depriorisierte Lieferung mit mind. 48h-Laufzeit die Regel wird.
Anbieter von intelligenten und dienstleisterunabhängigen Paketboxen wittern schon Möglichkeiten die Fächer den Zustelldiensten zu vermieten und so flexible Übergabestellen in der Wohnortnähe zu schaffen. Dies führt aber auch zu interessanten Möglichkeiten für SameDay-Lieferungen des stationären Handels in die naheliegenden Packstationen.
Am Ende führt diese Entwicklung zu einer deutlichen Optimierung der Zustellung bei jedoch deutlich gestiegenen Transportkosten. Vielleicht profitieren auch der stationäre Handel und die Umwelt von dieser Entwicklung.
Wie immer heißt es: wo Risiken sind, schlummern auch die Chancen!
Digitaler Logistikexperte
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